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		<title>Interview mit Assistant Superintendent David „Kubu“ Bengu in Radio Mochudi</title>
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		<pubDate>Thu, 14 Jan 2010 17:13:28 +0000</pubDate>
		<dc:creator>admin</dc:creator>
				<category><![CDATA[Interview mit Assistant Superintendent David „Kubu“ Bengu in Radio Mochudi]]></category>

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		<description><![CDATA[Radio Mochudi: Heute treffen wir einen der besten Kripo-Ermittler von ganz Botswana, Assistant Superintendent David Bengu vom CID, dem Criminal Investigation Department in Gaborone. Superintendent Bengu, willkommen in unserer Sendung „Persönliche Profile“. Kubu: Vielen Dank für die Einladung. Radio Mochudi: Soweit ich weiß, werden Sie von Ihren Freunden und Kollegen Kubu genannt, was auf Setswana [...]]]></description>
			<content:encoded><![CDATA[<p><strong>Radio Mochudi: </strong>Heute treffen wir einen der besten Kripo-Ermittler von ganz Botswana, Assistant Superintendent David Bengu vom CID, dem Criminal Investigation Department in Gaborone. Superintendent Bengu, willkommen in unserer Sendung „Persönliche Profile“.</p>
<p><strong>Kubu: </strong>Vielen Dank für die Einladung.</p>
<p><strong>Radio Mochudi: </strong>Soweit ich weiß, werden Sie von Ihren Freunden und Kollegen Kubu genannt, was auf Setswana „Flusspferd“ bedeutet. Woher stammt dieser Spitzname?</p>
<p><strong>Kubu: </strong>(lacht) Nun, ich bin ein sehr großer, stattlicher Mann; manche würden mich vielleicht als leicht übergewichtig bezeichnen. Meine Frau findet mich sogar viel zu dick! Außerdem bin ich ein freundlicher Zeitgenosse &#8211; es sei denn, man reizt mich! Bitte nennen Sie mich Kubu, so wie alle anderen auch.</p>
<p><strong>Radio Mochudi: </strong>Danke, Kubu. Herzlichen Glückwunsch zu Ihrer erfolgreichen Aufklärung des Linyanti-Mordfalls. Hier in Mochudi hat das großes Aufsehen erregt. Wie sind Sie vorgegangen?</p>
<p><strong>Kubu: </strong>Man darf vor allem nicht vergessen, dass Polizeiarbeit Teamarbeit ist, und wir beim CID haben ein exzellentes Team. Mein Vorgesetzter – Director Jacob Mabaku – ist ein brillanter Chef. (lacht wieder) Könnte ja sein, dass er dieses Interview im Radio hört! Scherz beiseite, wir haben gemeinsam hart an diesem Fall gearbeitet – die Ermittler, die Rechtsmediziner und die Kriminaltechniker. Wie Sie sicher wissen, werden die meisten Fälle heutzutage durch langweilige, harte Arbeit und das geduldige Aussortieren von Indizien gelöst. Nichts ist uns entgangen, und irgendwann sind alle Puzzleteile an die richtige Stelle gerutscht.</p>
<p><strong>Radio Mochudi: </strong>Sie sind hier in Mochudi aufgewachsen. Wie sind Sie zu einem der Spitzenfahnder Botswanas aufgestiegen?</p>
<p><strong>Kubu: </strong>Ich hatte sehr großes Glück. Meine Eltern sind wunderbare Menschen und haben große Opfer gebracht, um mir den Schulbesuch zu ermöglichen. Dann habe ich ein Stipendium für die Maru-a-Pula-Schule erhalten. Dort habe ich – neben vielen anderen Dingen – die Musik, das Singen und irgendwann die Oper kennen und lieben gelernt. Das Glück blieb mir treu, und als ich zur Polizei ging, schickte man mich auf die Universität von Botswana. Dort belegte ich unter anderem Englisch. Mein Dozent war ein Weinkenner, der einen Weinclub ins Leben rief. Gut gegessen habe ich schon immer gerne, und nun lernte ich, dass ein guter Wein das Essen noch verbessert und umgekehrt. Meiner Figur hat das nicht gut getan!</p>
<p>Nach meinem Abschluss kam ich sofort zur Kripo. Streife gehen musste ich nie. Wie gesagt, ich hatte großes Glück.</p>
<p><strong>Radio Mochudi:</strong> Aber jeder ist auch seines Glückes Schmied, Kubu. Was hat Sie ursprünglich dazu bewogen, die Laufbahn des Ermittler einzuschlagen?</p>
<p><strong>Kubu: </strong>Schon als kleiner Junge habe ich in diese Richtung tendiert. Ich erinnere mich vor allem an zwei Schlüsselerlebnisse. In Mochudi hatte ich einen Schulfreund, einen Buschmann namens Khumanego. Der nahm mich eines Tages mit in die Wüste, zog mit einem Stock einen Kreis und fragte mich, was ich darin sähe. „Sand, Steine und ein bisschen vertrocknetes Gras“, antwortete ich. Er drängte mich, genauer hinzusehen, aber ich konnte nichts erkennen. Ich sei wohl blind, meinte er und zeigte mir, dass es in dem kleinen Kreis vor Leben nur so wimmelte – es gab Ameisen, steinähnliche Pflanzen, Käfer und sogar eine faszinierende Falltürspinne. Diese Wüstenpflanzen, die sich geschickt als Steine tarnen, mag ich übrigens besonders gerne und habe einige davon in meinem Garten in Gaborone. Nach dem Erlebnis in der Wüste habe ich mir jedenfalls geschworen, nie wieder blind durchs Leben zu gehen. Hinzu kommt, dass ich schon als Kind Puzzle geliebt habe. Mein Vater brachte mir regelmäßig welche mit und wir legten sie zusammen. Das macht uns bis heute Spaß. Das Lösen von Kriminalfällen hat etwas von so einem Puzzlespiel: Man muss versuchen, die einzelnen Teile zusammenzufügen. Im übertragenen Sinne natürlich.</p>
<p><strong>Radio Mochudi: </strong>Wie war es für Sie, von der Kleinstadt in die Großstadt zu ziehen?</p>
<p><strong>Kubu: </strong>Ich vermisse die vielen Bekannten und die entspannte Lebensart. Gaborone ist wesentlich hektischer. Diese vielen Minibus-Taxen, die überall fahren! Aber ich war auch schon mal in Johannesburg, und dagegen wirkt Gaborone wie ein Dorf, glauben Sie’s mir. Dort könnte ich nicht leben! In Gaborone habe ich aber meine wundervolle Frau Joy kennen gelernt, die jetzt ganz bestimmt auch zuhört. Wir haben ein hübsches kleines Haus mit Garten und einen Foxterrier namens Ilia. Inzwischen lebe ich gern in der Großstadt. Die meisten Sonntage verbringen wir allerdings immer noch hier in Mochudi bei meinen Eltern, bei der Familie, nach alter Tradition.</p>
<p><strong>Radio Mochudi: </strong>Was war bisher Ihr schwierigster Fall?</p>
<p><strong>Kubu: </strong>Tja, alle Fälle haben ihre Probleme. Ich glaube, am vertracktesten war der der nackten Leiche in der Wüste. Sie war von wilden Tieren bereits halb aufgefressen und außerdem teilweise verstümmelt, um eine Identifikation zu erschweren. Wir mussten gegen politische Widerstände von ganz oben ankämpfen. Außerdem war eine der größten Firmen unseres Landes darin verwickelt. Dazu standen wir unter hohem Zeitdruck, denn der Fall eskalierte und es geschah ein Mord nach dem anderen. Aber das ist eine andere Geschichte.</p>
<p><strong>Radio Mochudi: </strong>Ja, tatsächlich, denn leider geht unsere Sendezeit jetzt zu Ende. Sie müssen unbedingt wiederkommen! Ich bin mir sicher, dass unsere Hörer fasziniert waren und gerne mehr erfahren würden. Vielen Dank, dass Sie heute Nachmittag bei uns waren, Detective Kubu.</p>
<p><strong>Kubu: </strong>Es war mir ein Vergnügen! Leider habe ich darüber das Mittagessen verpasst, jedenfalls ist es ziemlich dürftig ausgefallen. Gibt es hier irgendwo in der Nähe ein gutes Restaurant?</p>
<p><strong> </strong></p>
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